Sexueller Missbrauch "Kirche" – Psychotherapie in Wien

Sexueller Missbrauch in der Kirche hat eine zusätzliche Komponente im Vergleich zu anderen Formen sexuellen Missbrauches. 

Das System der Religion wird dabei oft von den Täter*innen für den sexuellen Missbrauch eingesetzt. Der sexuelle Missbrauch in der Kirche ist oft begleitet von den Worten, dass „Gott dies wolle“. Es wird etwas so persönliches wie die Religion der Betroffenen dazu verwendet, um ihnen zu schaden.

Warum bleibt der sexuelle Missbrauch in der Kirche oft unentdeckt?

Die Vertuschung von sexuellem Missbrauch in der Kirche hängt stark mit dem System der Kirche an sich zusammen. Wie bei vielen anderen Institutionen, versuchen Verantwortliche auch hier, die Kirche zu schützen anstatt die Betroffenen. Damit werden Fälle von sexuellem Missbrauch vertuscht um Imageschaden von der Kirche abzuwenden, anstatt den Betroffenen zu helfen.

Oft wird das Problem auch an sich geleugnet innerhalb der Kirche. So wird der sexuelle Missbrauch von Kindern innerhalb der Kirche oft zum „Problem Homosexualität“ erklärt. Da sowohl die minderjährigen Betroffenen als auch die Täter meist männlich sind, wird pädosexuell mit homosexuell gleichgesetzt.

Auch die grundsätzlich hohe Geheimhaltung innerhalb der Kirche und die Anhaltung zu Gehorsam, halten sexuellen Missbrauch im Verborgenen.

Sexueller Missbrauch "Kirche" – was kann Psychotherapie leisten?

Wichtig insbesondere beim sexuellen Missbrauch in der Kirche ist die Aufklärung samt Konsequenzen. Wie auch bei anderen Situationen von sexuellem Missbrauch leiden auch hier Betroffene unter dem Gefühl der Hilflosigkeit. Die Konsequenz, dass ein Pfarrer, Bischof, etc. entlassen wird, zeigt den Betroffenen, dass ihre Worte eine Wirkung haben. Ein starkes Mittel, um den Betroffenen wieder das Gefühl der Kontrolle zurück zu geben.

Wien – bekannt gewordene Fälle sexuellen Missbrauchs in Wien und Österreich

In Wien bzw. Österreich gab es vor allem zwei Jahre bedeutende Jahre nämlich 1995 und 2010. In diesen Jahren wurden eine Vielzahl von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche Bekannt.


Im Folgenden eine Erklärung des Bekanntgewordenen sowie der Folgen:

  • 1995: Bekanntwerden mehrerer Fälle sexuellen Missbrauchs durch den damaligen Kardinal und Erzbischof von Wien Hermann Groër am Knabenseminar Hollabrunn
    • 1995: Massiver Anstieg der Kirchenaustritte
    • 6. April 1995: Rücktritt als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz
    • 5. Jänner 1998: Aufgabe des letzten kirchlichen Amtes als Prior von St. Josef


  • 2010: Bekanntwerden einer Vielzahl von Fällen des sexuellen Missbrauchs sowie körperlicher und psychischer Gewalt in der Katholischen Kirche in Österreich
    • 2010: Anstieg der Kirchenaustritte, in absoluten Zahlen noch stärker als 1995
    • April 2010: Gründung der Unabhängigen Opferschutzkommission (Klasnic-Kommission)
    • Seit 2010: Entschädigung für Betroffene von € 5.000 - € 25.000 plus Therapiekosten


Psychotherapie

Ein erster wichtiger Schritt in der Psychotherapie ist es, den sexuellen Missbrauch als solchen anzuerkennen. Dies muss nicht gleich in den ersten paar Stunden geschehen. Es ist ein erstes Ziel, auf das hingearbeitet wird. Vielleicht besteht bereits Klarheit, dass das zugestoßene weder in Ordnung noch normal war. Dennoch kann es schwer sein, das Geschehene konkret zu benennen.

Die Psychotherapie hilft Betroffenen dabei, sich langsam heranzutasten und sich in Eigenregie damit zu beschäftigen. Betroffene können in der Psychotherapie selbst entscheiden, über welchen Aspekt des Erlebten gesprochen werden soll. Dies ist ein starker Kontrast zum Erlebten und daher von besonderer Bedeutung. Im Unterschied zur damaligen Situation kann die Betroffene Person selbst entscheiden und sich damit Stück für Stück das Gefühl der Kontrolle zurückholen. 

Auf diesem Weg stehe ich Ihnen gerne mit all meiner Empathie, Genauigkeit und Konsequenz unterstützend zur Seite.