Sexueller Missbrauch durch die Lehrerin, den Lehrer


Bei sexuellem Missbrauch Lehrer*innen sticht vor allem ein Erkennungsmerkmal hervor, das zentral ist beim sexuellen Missbrauch. Durch das Verhältnis zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen kommt es zu einem starken Abhängigkeitsverhältnis. Es ist für Lehrer*innen sehr einfach, ihr Autoritätsverhältnis zu benutzen, um sexuelle zu missbrauchen.

Betroffenen ist der sexuelle Missbrauch anfangs auch gar nicht klar. Meist befinden sie sich gerade in der Pubertät und haben viel mit Selbstunsicherheit und Veränderungen zu kämpfen. Das erschwert es Betroffenen, korrekt einzuschätzen, ob ein Verhalten ihnen gegenüber adäquat ist oder nicht.


Die Bedeutung des Geschlechts beim sexuellen Missbrauch

Insbesondere beim sexuellen Missbrauch durch Lehrer*innen tritt eine deutliche Diskrepanz zwischen den Geschlechtern zu Tage. Auf Grund von sozialen Normen werden Lehrerinnen viel seltener als mögliche Täterinnen wahrgenommen als ihre männlichen Kollegen. Aus diesem Grund erregen Fälle von sexuellem Missbrauch durch Lehrerinnen auch meist besondere Aufmerksamkeit. Dies, da es der Erwartung der meisten Menschen an die Geschlechter widerspricht.

Umgekehrt ist es oft für männliche Betroffene besonders schwierig, sich Hilfe zu suchen. Die schwächere Position von Betroffenen bei sexuellem Missbrauch ist meist nicht mit dem gesellschaftlichen Bild von Männlichkeit vereinbar. Dies macht es Betroffenen besonders schwer, sich mitzuteilen und Hilfe zu suchen bzw. in Anspruch zu nehmen. Das Geschlecht spielt also auf beiden Seiten eine besondere und zu beachtende Rolle.


Wie kann sexueller Missbrauch erkannt werden?

Die Folgen von sexuellem Missbrauch von Schüler*innen gleichen denen aus anderen Situationen. Dazu zählen unter anderem Depression, sozialer Rückzug, Schlafstörungen, eine Verschlechterung der Schulleistung und Waschzwang.

Insbesondere für Eltern und vor allem auch Lehrer*innen selbst ist es wichtig auf das Verhalten von Schüler*innen zu achten. Plötzlich unerklärliche Veränderungen im Verhalten, können ein Hinweis auf sexuellen Missbrauch sein.

Hierfür gibt es auch den Leitfaden für Pädagog*innen zu sexueller Gewalt des Gesundheitsministeriums. Diesen finden Sie auf meiner Link-Seite.


Was kann getan werden?

Wichtig ist hier, wie auch bei anderen Situationen von sexuellem Missbrauch in Institutionen, Prävention.

Insbesondere bei jungen Lehrer*innen ist es wichtig, dass sie sich ihrer Rolle als Erwachsene bewusst sind und diese auch einnehmen. Eine klare Rolle ist in solchen Situationen immer wichtig, da das Entstehen von sexuellem Missbrauch durch unklare Grenzen begünstigt wird.

Des Weiteren ist es bei Lehrer*innen und Eltern wichtig auf das Verhalten der Schüler*innen bzw. Kinder zu achten. Ungewohntes Verhalten und Auffälligkeiten wahr und ernst zu nehmen ist wichtig beim Erkennen von sexuellem Missbrauch.

Auch die Schulpsychologie spielt hier eine wichtige Aunlaufstelle.


Psychotherapie nach sexuellem Missbrauch durch eine/einen Lehrer*in

Wenn sexueller Missbrauch durch einen/eine Lehrer*in stattfindet ist es Betroffenen anfangs erst gar nicht bewusst. Oft spüren sie erst einige Zeit nach dem sexuellen Missbrauch die Auswirkungen. Sie fühlen sich betrogen, erniedrigt und ausgenutzt. Auch treten die für sexuellen Missbrauch typischen Symptome auf. Dazu gehört unter anderem das sogenannte „sich schmutzig fühlen“. Ein Gefühl, beschmutzt zu sein, was bei betroffenen meist nach sexuellen Handlung auftritt.

Die Psychotherapie bietet Ihnen einen sicheren Raum, um das erlebte zu verarbeiten. Der Prozess der Psychotherapie geht dabei in jenem Tempo voran, das für Sie gut ist. Das Thema sexueller Missbrauch durch eine/einen Lehrer*in wird dabei meist ebenso behandelt wie andere Formen von Traumata. Durch das gezielte, sich unter eigener Kontrolle mit dem Erlebten auseinandersetzen, kann der sexuelle Missbrauch verarbeitet werden.


Sie machen zum ersten Mal eine Psychotherapie?

Der Psychotherapieverlauf gliedert sich in vier primäre Abschnitte:

  • Das Erstgespräch (1h): Dies dient dem gegenseitigen Ersteindruck. Ich erfahre durch Sie zum ersten Mal, weshalb sie in Psychotherapie gehen möchten und Sie bekommen einen Ersteindruck von mir als Psychotherapeut.

  • Die Anamnese (ungefähr 2h bis 5h): Hierbei sprechen wir über Ihre bisherige Lebensgeschichte, Familie und Beziehungen. Dadurch habe ich einen grundsätzlichen Überblick über Ihre Vergangenheit und Ihre aktuelle Situation.

  • Die Psychotherapie (ungefähr 50h bis zu mehreren hundert h): Hier entscheiden Sie selbst, was Sie zum Thema machen möchten. Wenn Sie sexuellen Missbrauch erlebt haben, muss dies nicht in jeder Psychotherapiestunde das Thema sein. Wir sprechen dann darüber, wenn Sie es wollen. Ansonsten kann auch alles andere Thema sein, von frühesten Kindheitserlebnissen bis zu Ihrer aktuellen Lebenssituation.

  • Abschluss der Psychotherapie (ungefähr 1h bis 10h): Wenn für Sie alles behandelt und erreicht wurde, was Sie in der Psychotherapie wollten, suchen wir nach einem guten Abschluss. Wir lassen revue passieren, was Sie im Laufe der Psychotherapie für Veränderungen erlebt haben. Dadurch werden Sie sich Klarer über die Entwicklung, die Sie geschafft haben. Meist wird gegen Ende die Zahl der Psychotherapiestunden auch reduziert, z.B. 14-tägig statt einmal pro Woche. Dadurch können Sie sich leichter an die Zeit nach der Therapie gewöhnen.